Barrierefreie Verpackungen gewinnen zunehmend an Bedeutung – sowohl aus gesellschaftlicher als auch aus regulatorischer Sicht. Tastbare Kennzeichnungen wie Braille-Schrift erleichtern Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die sichere Nutzung von Produkten und schaffen gleichzeitig mehr Orientierung im Alltag. Besonders bei Produkten mit sensiblen Informationen spielt eine klar wahrnehmbare Kennzeichnung eine wichtige Rolle: Gleichzeitig entwickeln sich die gesetzlichen Anforderungen in Europa kontinuierlich weiter. In Spanien gelten seit Januar 2025 neue Kennzeichnungspflichten für Verpackungen im B2C-Bereich. Verpackungen müssen dort klar lesbare und sichtbare Recycling- und Entsorgungshinweise enthalten. Darüber hinaus werden in Spanien aktuell weitere Regelungen zur barrierefreien Kennzeichnung diskutiert, insbesondere für Produkte mit erhöhtem Sicherheits- und Informationsbedarf wie allergenhaltige Lebensmittel oder Produkte mit Gefahrstoffen. Zwei Verfahren für tastbare Braille-Kennzeichnung Für die Umsetzung von Blindenschrift auf Verpackungen und Etiketten kommen je nach Anwendung unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Entscheidend sind dabei Material, Produktionsprozess und die gewünschte Haptik. Braille auf Etiketten mit TecScreen Beim TecScreen-Verfahren wird die Braille-Schrift direkt per Siebdruck auf das Etikett aufgebracht. Durch den gezielten Auftrag spezieller Lack- oder Farbschichten entstehen präzise definierte Punkte mit dauerhaft spürbarer Höhe. Das Verfahren eignet sich besonders für: Ein Vorteil des Siebdruckverfahrens liegt in der hohen Präzision und Wiederholgenauigkeit. Die Braille-Punkte bleiben auch bei mechanischer Beanspruchung stabil und können problemlos in bestehende Druckbilder integriert werden. Gleichzeitig lassen sich funktionale Anforderungen mit hochwertigem Verpackungsdesign kombinieren. Direkt geprägte Braille-Schrift auf Verpackungen Neben gedruckten Lösungen kann Blindenschrift auch direkt in Verpackungen integriert werden. Hierfür kommen speziell gefertigte Präge- und Stanzbleche zum Einsatz, mit denen die Braille-Punkte dauerhaft in das Material eingeprägt werden. Dieses Verfahren wird vor allem bei: eingesetzt. Im Herstellungsprozess wird das Braille-Muster bereits in das Werkzeug integriert. Während des Stanz- und Prägeprozesses entstehen erhabene Punkte direkt im Kartonmaterial. Dadurch wird keine zusätzliche Farbschicht benötigt und die Kennzeichnung bleibt dauerhaft Bestandteil der Verpackung. Anforderungen an Braille-Kennzeichnungen Damit Braille-Schrift zuverlässig tastbar bleibt, müssen bestimmte technische Vorgaben eingehalten werden. Dazu zählen unter anderem: definierte Punktabstände, gleichmäßige Punkthöhen, ausreichender Kontrast und klare Platzierung. Auch Materialstärke, Lackierungen und Verformungseigenschaften der Verpackung spielen bei der Umsetzung eine wichtige Rolle. Barrierefreie Verpackungen sind heute weit mehr als eine technische Zusatzanforderung. Sie verbessern die Nutzerfreundlichkeit, unterstützen gesetzeskonforme Kennzeichnung und tragen zu einer inklusiveren Markenkommunikation bei. Durch die Siebdrucklösungen für Etiketten und geprägter Braille-Schrift auf Verpackungen lassen sich unterschiedliche Anforderungen flexibel umsetzen – von kleinen Produktserien bis hin zu industriellen Verpackungsprozessen. Braille auf Verpackungen und Etiketten
Braille auf Verpackungen und Etiketten: Barrierefreie Kennzeichnung

